Mexiko Stadt. Bundeskanzlerin Angela Merkel wünscht einen stärkeren internationalen Einbezug von Mexiko und anderen Schwellenländern bei Themen wie dem Klimaschutz oder der Ernährungssicherheit. Wie Merkel am Montag in Mexiko Stadt sagte, müssten "Länder wie Mexiko, Brasilien, Südafrika, China und Indien verstärkt mit einbezogen werden", wenn es um globale Themen gehe.
In der gemeinsamen Pressekonferenz mit Mexikos Präsident Felipe Calderon kündigte Merkel eine verstärkte wirtschaftliche, politische und kulturelle Zusammenarbeit mit Mexiko an. "Es wird ein Impuls ausgehen für eine stärkere deutsch-mexikanische Zusammenarbeit", sagte die Bundeskanzlerin. Laut ihren Angaben konnte sie seit ihrer Ankunft in Mexiko am Sonntag "intensive Gespräche sehr konkreter Natur" mit ihrem mexikanischen Amtskollegen führen.
Deutschland pflegt mit Mexiko bereits seit Jahrzehnten enge wirtschaftliche Beziehungen. Siemens, EADS, Volkswagen und weitere deutsche Unternehmen tragen mit ihren stark gestiegenen Direktinvestionen zu 6 Prozent der Wirtschaftsleistung Mexikos bei und haben bisher 110 000 Arbeitsplätze geschaffen. Diese Wirtschaftsbeziehungen will Merkel insbesondere durch die Förderung des Mittelstandes weiter ausbauen.
Zu einer im Vorfeld erwarteten Polizei-Zusammenarbeit mit Mexiko zur Bekämpfung des Drogenhandels ist es offenbar nicht gekommen. Wie Merkel auf entsprechende Nachfrage sagte, wolle sich Deutschland auf die Bekämpfung der Rauschgiftproduktion konzentrieren. Dabei erwähnte die Bundeskanzlerin speziell Produzentenländer wie Kolumbien und Afghanistan. Deutschlands Politik sei es, dort auf die "Substitution des Drogenanbaus" hinzuarbeiten. Dabei sei es auch Aufgabe der Entwicklungshilfe, Alternativen anzubieten.
Merkel wird am Dienstag in Deutschland zurückerwartet.