Vor allem Mitarbeiter des Präsidentschaftsfavoriten Alvaro Colom werden zur Zielscheibe
San José. In Guatemalas Wahlkampf ist es am Freitag (Ortszeit) erneut zu einem politisch motivierten Mord im Umkreis des Präsidentschaftsfavoriten Álvaro Colom gekommen. Wie ein Sprecher von Coloms Partei (UNE, Nationale Einheit der Hoffnung) mitteilte, haben Unbekannte den Sohn des Maya-Aktivisten Amílcar Méndez mit mehreren Schüssen getötet. Méndez hat sich in Guatemala mit seinem Einsatz für die meist indigenen Opfer des Bürgerkrieges (1960-1996) einen Namen gemacht. Er hatte sich im vergangenen Mai dem Beraterteam des gemäßigt linken Colom angeschlossen, der laut Umfragen als haushoher Favorit für die Parlaments- und Präsidentschaftswahlen am kommenden 9. September gilt.
Laut den Medien des mittelamerikanischen Landes sind im laufenden Wahlkampf bereits 50 politisch motivierte Morde sowie Dutzende von Mordversuchen zu beklagen. Opfer sind vor allem Politiker von Coloms Partei UNE sowie deren Familienangehörige. Erst am vergangenen Dienstag ist ein Bürgermeister der UNE im Indigenen-Departement Huehuetenango von Unbekannten ermordet worden. Lokale Wahlbeobachter sprechen von der gewalttätigsten Kampagne der letzten 20 Jahre.
Guatemala gilt als eines der gewalttätigsten Länder Lateinamerikas. Vergangenes Jahr sind dort mehr als 6000 Menschen Opfer der Alltagsgewalt geworden. Als Ursache hatte Méndez bei früheren Gelegenheiten die steigende Armut und den zunehmenden Einfluss der internationalen Drogenkartelle angeprangert.