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Deutschland erfolgreich Ehrengast auf grösster spanischsprachiger Buchmesse

Mit Deutschland als Ehrengast hat die grösste spanischsprachige Buchmesse im mexikanischen Guadalajara einen neuen Besucherrekord erzielt. Knapp 660.000 Menschen besuchten die nach Frankfurt weltweit zweitgrösste Buchmesse, acht Prozent mehr als im Vorjahr. Zu den Publikumsmagneten gehörten die Auftritte der deutschen Nobelpreisträgerin Herta Müller sowie die Lesungen von Bas Böttcher und Dalibor Markovic, Veteranen der deutschen Slam-Poetry.

Kontinuität und Krisen

Wahlen, Unabhängigkeitsfeierlichkeiten und eine stärkere regionale Integration sind Themen, die die Schlagzeilen im Jahr 2010 in Lateinamerika beherrschten. Doch gleich zu Beginn des Jahres erhielt Haiti durch ein verheerendes Erdbeben weltweite Aufmerksamkeit.

Lateinamerikas Wirtschaft wächst kräftig

UN-Wirtschaftskommission mahnt zur Bekämpfung von Armut und Ungleichheit

Heimüberweisungen Lateinamerikas stabilisieren sich

Die Heimüberweisungen lateinamerikanischer Gastarbeiter in den USA und anderen Ländern stabilisieren sich dieses Jahr wieder, nachdem sie 2009 um 15 Prozent fielen. Mit einem Total von 58,8 Milliarden US-Dollar jährlich (2009) sind die Heimüberweisungen eine "unerlässliche Geldquelle für Millionen von Familien in Lateinamerika", betonte die Interamerikanische Entwicklungsbank. Grösster Empfänger solcher Überweisungen ist mit 21,1 Milliarden Dollar Mexiko. Die anteilsmäßig grösste Bedeutung haben die Heimüberweisungen in den Ländern Haití, Guatemala, Honduras, Nicaragua und El Salvador. Hier entsprechen die Geldsendungen emigrierter Bürger mehr als zehn Prozent der nationalen Wirtschaftsleistung (Bruttoinlandprodukt) und übertreffen teilweise die gesamten Deviseneinnahmen aus Exporten ... Originaltext 4.3.

Lateinamerika gründet Staatengemeinschaft

Originaltext 23.2.

Lateinamerikagipfel beginnt mit Streit

Überschattet von einem Streit zwischen Kolumbien und Venezuela hat im mexikanischen Badeort Cancún der "Gipfel der Einheit" Lateinamerikas begonnen ... Originaltext 22.2.

Lateinamerikas Frust über Obama

Die Erwartungen in Lateinamerika waren groß, als US-Präsident Barack Obama im Januar sein Amt antrat. Eine "neue Ära" in den Beziehungen mit den südlichen Nachbarn kündigte er an, "auf Augenhöhe". Solche Töne aus Washington waren neu ... (Originaltext 10.12.)

Wirtschaftskrise lässt Armut in Lateinamerika wieder steigen

Die aktuelle globale Finanzkrise lässt die Armut in Lateinamerika wieder steigen. Wie die dortige Wirtschaftskommission der Vereinten Nationen (CEPAL) am Donnerstag in Santiago de Chile mitteilte, werden neun Millionen Menschen in Lateinamerika in die Armut rutschen. Besonders drastisch falle der Anstieg dabei in Mexiko und Venezuela aus, warnte die CEPAL dabei in ihrem zugleich veröffentlichten Sozialbericht ... (Link zum kompletten Originaltext 19.11.)

Lateinamerika kämpft mit seiner autoritären Tradition

In Argentinien erlebt die linke Präsidentin Kirchner eine Abfuhr und in Honduras wird der linke Präsident Zelaya aus dem Amt geputscht. Lateinamerika rückt damit weder nach rechts noch fällt es in die Vergangenheit zurück. Vielmehr kämpft es mit den autoritären Anmaßungen seiner Präsidenten. USA und Weltgemeinschaft sind gefordert, den jungen Demokratien zu helfen - über Resolutionen hinaus.

Yellowsubmarine auf kolumbianisch

Tauchboote setzen sich im internationalen Drogenschmuggel durch

In ihrem Song "Yellowsubmarine" besangen die Beatles einst ihre psychodelischen Erfahrungen mit illegalen Drogen. Mehr praktischer Natur ist die Verbindung von submariner Technik und Drogen in Kolumbien. Der weltgrösste Produzent von Kokain verschifft seine heisse Ware zunehmend per Tauchboot in die Welt. Die Logistik dazu besorgt Mexikos Drogenmafia, das technische Knowhow Russland.

Pressevereinigung verurteilt Journalistenmord in Guatemala

Die Interamerikanische Pressevereinigung (SIP) hat den Mord an einem Journalisten in Guatemala verurteilt und dabei die weit verbreitete Straflosigkeit von Journalistenmorden in Lateinamerika kritisiert. Laut der SIP wurden auf dem amerikanischen Kontinent seit 1987 mehr als 350 Journalisten ermordet, davon zehn im laufenden Jahr. Die meisten Morde sind dabei in Kolumbien zu beklagen. An zweiter Stelle steht Mexiko, gefolgt von Brasilien und Guatemala.

Lateinamerika in der Wirtschaftskrise

- Mexiko trifft es am Härtesten

Anfang Mai ging auch Daniel Guzman in die USA, zum Autowaschen Seine Frau und seine vier Kinder wird er erst Weihnachten wiedersehen. Sein bisheriges Kleinunternehmen, ein Kleiderhandel im zentralmexikanischen Guanajuato, warf nicht mehr genügend ab, berichtete Guzman kurz vor seiner Abreise. So schloss er sich dem Heer der schätzungsweise 20 Millionen Mexikaner an, die in den USA arbeiten.Das Schicksal der Familie Guzman ist typisch für den Umgang Lateinamerikas mit der weltweiten Wirtschaftskrise. Ganz gleich wie schlecht die Lage in den USA ist, südlich davon ist sie noch schlechter.

Conquista nach Art des Herrn Obama

¡Caramba, qué change! 

- US-Präsident Barack Obama stiehlt seinem venezolanischen Amtskollegen Hugo Chávez die Show. 

- Will der US-Präsident seinen südlichen Nachbarn wirklich der versprochene gleichberechtigte Partner sein, droht ihm innenpolitischer Widerstand.

Hier der Originaltext, hier die veröffentlichte(n) Fassung(en): Tagespost (21.4., pdf), T.post-online

Obama in Lateinamerika: Wohlwollende Uneinigkeit

US-Präsident Barack Obama besucht mit Zwischenstopp in Mexiko den Fünften Amerikagipfel in Port of Spain, Trinidad. Wichtiges Thema unter den 34 Staats- und Regierungschefs ist der einzige Abwesende, nämlich Kuba.

Lateinamerika hofft auf verbesserte US-Beziehungen unter Obama

Einzig Kolumbien hätte McCain vorgezogen - erste Reaktionen aus Lateinamerika auf Obamas Wahl

Hier der komplette Originaltext, hier die veröffentlichte Fassung: epd (5.11.08)

Aids in Lateinamerika: Entschlossenheit in Brasilien, ansonsten folgenschwere Verschämtheit

Der Ort könnte nicht passender gewählt sein. Bis zu 30 000 Besucher erwartet Mexiko Stadt zur XVII Internationalen Aids-Konferenz vom 3. bis 8. August. Unter dem diesjährigen Leitmotiv der "entschiedenen Aktion" findet das Treffen erstmals in Lateinamerika statt. Gerade dort scheitert die Bekämpfung der Epidemie allzu oft an fehlender Entschiedenheit. Löbliche Ausnahme bleibt Brasilien.

Autoren: Matthias Knecht und Gerhard Dilger
Mexiko / Costa Rica / Brasilien


Rosibel Zuniga ist das, was man den zunehmend typischen HIV-Fall im heutigen Lateinamerika nennen kann. Die 34-jährige Buchhalterin und Mutter dreier Kinder führte in Costa Rica ein normales, traditionelles Familienleben, ohne Seitensprünge - bis sie die Diagnose HIV-positiv traf, aus heiterhellem Himmel. "Damals redete man zwar schon über Aids und HIV", sagt Zuniga heute, "aber so, als ob es das Phänomen bei uns im Land nicht gäbe".

Angesteckt hat Zuniga ihr untreuer Mann. "Ich hatte nie Angst vor einer Infektion, denn ich glaubte an eine auf Treue basierende Beziehung", erklärt die Buchhalterin, die sich inzwischen landesweit für HIV-infizierte Frauen engagiert. Zuniga sieht in der herrschenden traditionellen Moral ein großes Hindernis für eine wirksame Aids-Prävention. Man könne immer noch nicht offen über Partnerschaft und Sexualität reden, klagt sie. "Darum infizieren sich so viele Frauen."

Die mexikanische Aids-Expertin Axela Romero redet von einer "Feminisierung der Epidemie" in Lateinamerika. So hat sich etwa in Mexiko die Zahl der HIV-positiven Frauen in den vergangenen Jahren verdoppelt; sie machen nun 41 Prozent aller Fälle aus. Am meisten Neuinfektionen verzeichnet das Land in der Gruppe der 18- bis 25-jährigen Frauen. Die HIV-Epidemie ist damit längst nicht mehr das Problem einiger Randgruppen, sondern betrifft alle. Für Epidomologen ist das ein Warnsignal.

Von einer entschiedenen Aktion gegen HIV und Aids sind die meisten Staaten Lateinamerikas dennoch weit entfernt. Und so breitet sich die Epidemie weiter aus. 1,83 Millionen Menschen sind in Lateinamerika und der Karibik HIV-positiv. Davon wurden allein im vergangenen Jahr 117 000 neu infiziert, schätzt die Weltgesundheitsorganisation.

Die Versäumnisse Lateinamerikas beginnen mit der oftmals wirklichkeitsfremden und verschämten Sexualerziehung der Jugendlichen. José Miguel Vivanco von der Menschenrechtsorganisation "Human Rights Watch" (HRW) forderte darum im Hinblick auf die Aids-Konferenz Lateinamerika zu einer "Prävention ohne Vorurteile" auf. Gegenüber der mexikanischen Tageszeitung "La Jornada" sagte er ((der Amerika-Direktor von HRW am 17.7. in Mexiko Stadt)): "Die Regierungen und die Gesundheitsbehörden handeln weiterhin unter der Fiktion oder der Annahme, dass die Jugendlichen keine Sexualbeziehungen haben, oder dass sie sich bis zur Ehe enthalten müssen."

Die Folgen der halbherzigen Prävention sind fatal. Unter Mexikos Jugendlichen etwa ist ungeschützter Geschlechtsverkehr weit verbreitet, wie eine kürzlich publizierte Umfrage (23.7.) unter 13 000 Schülern zwischen 15 und 19 Jahren zeigte. ((Rund ein Drittel von ihnen hat bereits sexuelle Erfahrungen gemacht, davon wiederum fast die Hälfte ohne Kondom oder andere Verhütungsmittel. Zu ähnlichen Ergebnissen kamen Studien in Kolumbien und anderen Ländern Lateinamerikas.))

Beispielhafte Ausnahme bleibt Brasilien. Seit den 90er Jahren arbeiten im bevölkerungsgrössten Land Lateinamerikas Gesundheitsbehörden und Selbsthilfegruppen eng zusammen. Dank umfangreicher Aufklärungskampagnen sind heute nur rund 700.000 Brasilianer mit dem HI-Virus infiziert. Alle haben ein Recht auf Gratisbehandlung im staatlichen Gesundheitswesen. In ihrem letzten Bericht zu Aids in Lateinamerika hoben die Vereinten Nationen Brasilien als einziges Land hervor, dem eine Stabilisierung der Epidemie gelang - dank erfolgreicher Kombination von Aufklärung und Behandlung.

Gut 200.000 Patienten bekommen das sogenannte Cocktail aus antiretroviralen Medikamenten, von denen die Hälfte in brasilianischen Labors hergestellt werden. Durch Androhungen von Patentbrüchen gelang es Brasilien wiederholt, Pharmaunternehmen zu spürbaren Preisnachlässsen zu bewegen.

Im Mai 2007 ordnete Präsident Luiz Inácio Lula da Silva erstmals den Patentbruch eines antiretroviralen Präparats an. Mittlerweile wird das Aids-Medikament Stocrin des US-Konzerns Merck Sharp & Dohme mit dem Wirkstoff Efavirenz durch indische Generika ersetzt, die Ersparnis bis 2012 beträgt rund 237 Millionen US- Dollar .

In Brasilien hat sich die Entschiedenheit ausbezahlt. Die Behandlung eines Aids-Patienten kostet dort nur ein Viertel dessen was sie zum Beispiel in Mexiko kostet. Damit bleibt wiederum mehr für Aufklärung und Prävention übrig.

Indiana Jones: Reichlich Verwirrung im Kristallschädel

Der neue Indiana-Jones-Film ist für Lateinamerikaner das, was für Europäer ein türkisch sprechender Wilhelm Tell wäre, der in Paris die russische Revolution ausruft. Doch das macht nichts.

Mehr als Kommerz - Merkel beendet ihre Lateinamerikareise

Matthias Knecht - Mexiko Stadt. Wofür der deutsche Naturforscher Alexander von Humboldt einst Jahre benötigte, erledigte Angela Merkel in einer Woche: die Erforschung Lateinamerikas. Zum Abschluss ihrer Reise am Montag (Ortszeit) in Mexiko zeigte sich eine ermüdete, aber beeindruckte Bundeskanzlerin den Medien. "Größere Aufmerksamkeit" wünsche sie den Beziehungen Deutschlands mit Lateinamerika zu widmen.

Der Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen Deutschlands mit dem Subkontinent war dabei einer der Schwerpunkte der bisher längsten Auslandsreise Merkels. Neben den beiden lateinamerikanischen Wirtschaftsriesen Brasilien und Mexiko besuchte die Kanzlerin Peru, wo sie am EU-Lateinamerikagipfel teilnahm, sowie das konservativ regierte Kolumbien. Länder mit sozialistischen Tendenzen ließ sie hingegen links liegen, so etwa Venezuela, Ecuador und Bolivien.

Merkels Erkundungsreise aufs Wirtschaftliche zu reduzieren, greift jedoch zu kurz. Das zeigt schon die diesmal bescheidene Wirtschaftsdelegation im Gefolge der Kanzlerin, die sich auf mittelständische Unternehmer beschränkte. Einige von ihnen zeigten sich zum Abschluss der Reise skeptisch über die Marktchancen in Lateinamerika. Denn der Kontinent ist zersplittert, die bürokratischen Hürden sind immens, und die geplanten Freihandelsabkommen der EU mit dem (südamerikanischen) Mercosur sowie dem Andenpakt kommen nur schleppend voran.

Merkel selbst machte mehrmals deutlich, dass es ihr auch darum ging, politische Bündnispartner auf dem internationalen Parkett zu gewinnen. Und die fand sie, allen voran in Mexikos konservativem Präsidenten Felipe Calderón. Mexiko und den vier weiteren großen Schwellenländern Brasilien, Südafrika, China und Indien wünscht Merkel zukünftig eine größeres Gewicht bei globalen Themen einzuräumen, wie etwa dem Klimaschutz oder der Ernährungssicherheit. Ob Merkels Umarmungsstrategie aufgeht, wird sich am nächsten G8-Gipfel im Juli in Japan zeigen. Dann werden auch die fünf Schwellenländer mit am Verhandlungstisch der acht führenden Wirtschaftsnationen sitzen.

Sicher ist, dass Merkel in Südamerika mit offenen Armen empfangen wurde. Sie selbst zeigte sich laut ihren Reisebegleitern überrascht über die große Sympathie, die Deutschland im Subkontinent genießt. Beigetragen dazu hat nicht nur der legendäre Naturforscher von Humboldt (1769 - 1859), sondern in der jüngeren Geschichte auch die deutsche Wirtschaft. So war etwa in Brasilien Volkswagen das erste Unternehmen, das eine Arbeitnehmervertretung einführte. Genau dort, bei VW do Brasil, begann der heutige sozialdemokratische Präsident Inácio Lula einst seine Karriere als Gewerkschaftsführer.

Will Merkel den Sympathiebonus der Deutschen in Lateinamerika weiter nutzen, muss sie glaubwürdig bleiben. Widersprüchlich bleibt darum das von Merkel in Brasilien unterzeichnete Energieabkommen, das von den deutschen Hilfswerken prompt kritisiert wurde. Sie befürchten einen weiteren Ausbau von Agrosprit, auf Kosten der Nahrungsmittelproduktion. Das verträgt sich schlecht mit Merkels Bekenntnis für mehr Ernährungssicherheit.

Beigetragen hat die Kanzlerreise auch dazu, das oft einseitige Lateinamerikabild in Deutschland zu korrigieren. Positiv überrascht zeigten sich Wirtschaftsvertreter und Mitglieder der Kanzlerdelegation insbesondere über Kolumbiens Fortschritte bei der Sicherheit. Merkel mahnte bei der Gelegenheit auch die Menschenrechte an und forderte, deren Verletzungen aufzuklären.

Eine Annäherung scheint es am Rande des Limagipfels auch zu den sozialistisch orientierten Ländern gegeben zu haben, die nicht auf der Reiseroute der Kanzlerin lagen. Ecuadors Linkspräsident Rafael Correa etwa gelang es offenbar, sich vom Populismus seines venezolanischen Amtskollegen Hugo Chávez abzugrenzen und mit seinem Sachverstand die Kanzlerin zu beeindrucken. Und selbst Kuba darf auf eine differenziertere Beurteilung in Deutschland hoffen, nachdem sich Chiles sozialdemokratische Präsidentin Michelle Bachelet dafür gegenüber Merkel einsetzte.

Mercosur: Brasilien, Argentinien, Uruguay, Paraguay sowie geplant Venezuela.
Andenpakt: Peru, Bolivien, Ecuador, Kolumbien