Kandidatin der Partei von Friedensnobelpreisträgerin Menchú erschossen
San José. In Guatemala ist kurz vor den Wahlen eine Gemeinderatskandidatin aus der Partei von Präsidentschaftskandidatin Rigoberta Menchú ermordet worden. Der Friedensnobelpreisträgerin nahestehende Politiker sprachen am Dienstag (Ortszeit) gegenüber den Medien in Guatemala Stadt von einem politischen Motiv.
Im Wahlkampf Guatemalas sind gemäß unterschiedlichen Zählungen von Wahlbeobachtern und lokaler Presse bisher zwischen 28 und 50 Menschen aus politischen Gründen ermordet worden. Die Präsidentschafts-, Parlaments- und Gemeindewahlen vom kommenden 9. September sind damit die blutigsten Wahlen seit dem Beginn der Demokratisierung des mittelamerikanischen Landes Mitte der 80er Jahre. Vergangenen Montag hat die Wahlbeobachterkommission der Organisation Amerikanischer Staaten Guatemala aufgefordert, die mutmaßlich politischen Morde aufzuklären.
Topfavorit für die Präsidentschaft Guatemalas ist laut Umfragen der Mitte-Links-Kandidat Álvaro Colóm, vor den beiden Rechtskandidaten Otto Pérez und Alejandro Giammattei. Menchú hingegen attestieren die Wahlforscher weniger als drei Prozent der Stimmen. Die vor allem im Ausland bekannte Indigenenvertreterin Menchú hat bereits letzten Sonntag als erster der insgesamt 14 Präsidentschaftskandidaten die Wahlkampagne beendet, aus Geldmangel.