San José. In Mittelamerika steigt die Opferzahl aus dem Hurrikan Felix weiter an. Die Behörden in Honduras und in Nicaragua bezifferten die Zahl der Todesopfer am Donnerstag mit insgesamt über 100. Betroffen sind vor allem die indigenen Gemeinden an der Atlantikküste Nicaraguas, wo der Hurrikan am Dienstag mit Windgeschwindigkeiten von 260 km/h hereingebrochen war. Ein großer Teil der Opfer sind Fischer sowie Bewohner der der Küste vorgelagerten Inseln, deren Leichen nun gefunden wurden.
Rund 50 000 Menschen haben laut Regierungsangaben ihre Häuser oder ihre Ernte verloren. Die notwendigen Mittel zum Wiederaufbau von Schulen, Kliniken und Häusern bezifferte Nicaraguas Präsident Daniel Ortega auf 30 Millionen US-Dollar.
Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen hat nach eigenen Angaben (vom Donnerstag) 225 000 Tonnen Lebensmittel in den letzten drei Tagen nach Nicaragua gebracht. Die Europäische Kommission hat am Donnerstag (über ihre Vertretung; humanitärer Hilfsdienst der Europäischen Kommission) in Managua eine Million Euro Soforthilfe sowie mögliche weitere Hilfszahlungen angekündigt. Zugleich lobte die EU die Katastrophenvorbereitung Nicaraguas. Ohne diese wäre die Opferzahl deutlich höher ausgefallen, hieß es in der Pressemitteilung.
Hilfeleistungen für Nicaragua kommen ferner aus den USA, Honduras, Brasilien und Venezuela.
Indessen warnte das Gesundheitsministerium in Managua vor aufkommenden Seuchen in den Schadensgebieten, vor allem Diarrea, Atemwegsinfektionen und Leptospirosis. Deren Bekämpfung wird dadurch erschwert, dass mindestens ein Krankenhaus und drei Kliniken im Katastrophengebiet vom Hurrikan zerstört wurden. Lokale Medien (El Nuevo Diario) berichteten von chaotischen Zuständen in improvisierten Notkliniken.