Erstmals seit über drei Monaten sind wieder aktuelle Bilder von Fidel Castro erschienen.
San José. In einem von Kubas Staatsfernsehen am Freitag Abend (Ortszeit) überraschend (ohne Ankündigung) ausgestrahlten Interview kommentierte der seit über einem Jahr kranke Staats- und Parteichef scherzend Gerüchte über seinen Tod.
"Niemand weiß, wann er sterben wird", sagte Castro.
Der 81-Jährige sprach über aktuelle Ereignisse und erwähnte den aktuellen Rohölpreis (84 Dollar) sowie den Dollar-Euro-Wechselkurs (1,41).
In der knapp einstündigen Videoaufzeichnung sprach Castro sitzend, und wie schon bei früheren Aufzeichnungen langsam, undeutlich und mit längeren Pausen.
Castro wirkte zeitweise abwesend, zeigte sich aber gut informiert über internationale Ereignisse.
Auf die Lage in Kuba ging Castro ((wie schon bei früheren Auftritten)) nicht ein.
Erneut trug Castro einen Adidas-Trainingsanzug in den kubanischen Nationalfarben.
Mit "lieben Grüßen an alle" (un fuerte abrazo a todos) beendete der greise Revolutionsführer das Gespräch.
Fidel Castro ist nicht mehr in der Öffentlichkeit aufgetreten, seit er Ende Juli 2006 wegen einer Notoperation am Darm die Amtsgeschäfte "vorübergehend" abgab.
Mehrmals haben die staatlich kontrollierten Medien Kubas seither Fotos und Videoaufzeichnungen des Revolutionsführers gezeigt, zuletzt am 5. Juni.
Castros Krankheit gilt als Staatsgeheimnis.
Mehrere Operationen sind nach seinen früheren Angaben inzwischen notwendig geworden.
"Fidel kann noch weitere 100 Jahre leben", sagte Venezuelas Präsident
Castro habe gesundheitlich "ein kleines Problem, aber er kann noch weitere 100 Jahre leben", sagte Venezuelas Präsident Hugo Chavez am Freitag bei einem Mediengespräch in Brasilien.
Der linkspopulistische Präsident gilt als enger Vertrauter Castros.
Viele in Kuba und im Ausland gehen davon aus, dass Castro nicht mehr an die Staatsspitze Kubas zurückkehren wird, entgegen früheren Ankündigungen.
Seit über einem Jahr führt sein jüngerer Bruder Raul Castro (76) die Amtsgeschäfte
Erst in den vergangenen Wochen aber hat Raul Castro sichtbar die Führung in Kuba übernommen.
Er kritisierte die Mängel in Kubas staatlicher Planwirtschaft und kündigte einen nicht näher definierten "strukturellen Wandel" an.
Damit leitete Raul Castro eine vorsichtige Reformdiskussion in der Regierenden Kommunistischen Partei ein.