Fidel Castro erstmals wieder live in Kubas Rundfunk

Preist mit Hugo Chavez die "Achse der Hoffnung"

San José. Fidel Castro hat erstmals seit seiner Erkrankung live in Kubas Rundfunk gesprochen. Per Telefon beteiligte sich der Staatschef Kubas am Sonntag (Ortszeit) an der Fernsehshow "Hallo Präsident" seines venezolanischen Amtskollegen Hugo Chávez. In der vom staatlichen Radio und Fernsehen in ganz Kuba ausgestrahlten Sendung pries Castro den vor 40 Jahren ermordeten argentinisch-kubanischen Revolutionär Ernesto Che Guevara. Dank ihm sei die Idee der Revolution "in ganz Lateinamerika ausgesät", sagte der 81-Jährige. Chávez erwiderte, Guevaras Geist lebe in den neuen Linksregierungen in Lateinamerika weiter. Diese bezeichnete er als "Achse der Hoffnung". Auf die aktuelle politische Lage in Kuba ging keiner der beiden Staatschefs ein.

Venezuelas Präsident Chávez leitete seine wöchentliche Fernsehshow ausnahmsweise von Kuba aus, wo er sich am Wochenende (zur Ehrung Che Guevaras) aufhielt. Während der Sendung wurde auch ein 17-minütiges Video ausgestrahlt, das Chávez und Castro während ihrer Unterredung am vergangenen Samstag zeigte. Kubas Staatschef wirkte darauf gebrechlich, aber in besserer Verfassung als auf früher ausgestrahlten Aufzeichnungen. Wie inzwischen üblich trug Castro auch diesmal einen Adidas-Trainingsanzug in den kubanischen Nationalfarben rot-blau-weiß.

Castro war zuletzt am 26. Juli 2006 öffentlich und in seiner olivgrünen Uniform aufgetreten. Kurz darauf erkrankte er schwer und gab die Staatsgeschäfte intermistisch an seinen jüngeren Bruder Raúl Castro (76) ab. Laut offizieller Darstellung ist Fidel Castro immer noch Staatspräsident und soll nach der Genesung von seiner als Staatsgeheimnis deklarierten Krankheit die Amtsgeschäfte wiederaufnehmen. Ausländische Beobachter halten das für unwahrscheinlich.