Infobox: Naturdesaster und Katastrophen in El Salvador

Das dicht besiedelte El Salvador gehört zu den für Naturdesaster anfälligsten Ländern. Da es an der Grenze zweier tektonischer Platten liegt, kommen häufig Erdbeben und Vulkanausbrüche vor. Während der Hurrikansaison (Juni bis November) drohen zudem starke Regenfälle und
Überschwemmungen.
Verschärft wird die Anfälligkeit des zentralamerikanischen Landes durch hausgemachte Probleme. Nur 12 Prozent des Territoriums sind bewaldet, 95 Prozent der Flüsse und Seen
sind verunreinigt. Die extrem ungleiche Landverteilung zwingt arme Menschen, in gefährdeten Regionen zu siedeln. Eine staatliche Risikoplanung und Katastrophenvorsorge existiert kaum.
Die grössten Desaster El Salvadors im Überblick:
  • 2007 Eine ungewöhnliche Trockenheit zerstört die Maisernte auf 21'000 Hektar.
  • 2005 fordert der Tropensturm Stan 73 Menschenleben, 58 000 Personen müssen evakuiert werden. *
  • 2005 fordert der Ausbruch des Vulkans Ilamatepec (Santa Ana) zwei Menschenleben. 20 000 Menschen fliehen aus ihren Häusern.
  • 2001 und 2002 zerstören extreme Trockenperioden große Teile der Mais- und Bohnenernte.
  • 2001 fordern zwei Erdbeben innerhalb eines Monats 1200 Menschenleben und machen eine halbe Million Menschen obdachlos.
  • 1998 gelten nach dem Hurrikan Mitch 374 Menschen als tot oder verschwunden. 57'777 Menschen werden obdachlos. 75 Prozent der Ernte sind zerstört. *
  • 1980 bis 1992 fordert der Bürgerkrieg 75'000 Menschenleben und 8000 Verschwundene.
  • 1986 zerstört ein Erdbeben das historische Zentrum von San Salvador. Mehr als 1000 sterben, 150'000 verlieren das Dach über dem Kopf.
  • 1982 fordert ein Erdrutsch in Montebello mindestens 400 Menschenleben.
  • 1974 macht der Hurrikan Fifí 5000 Menschen im ganzen Land obdachlos. Vor allem Straßen und Brücken werden zerstört.
  • 1965 zerstört ein Erdbeben die Stadt Soyapango sowie die Armenviertel San Salvadors.
  • 1953 verursachen starke Regenfälle und der unsachgemäße Betrieb des Stauwehrs El Guayabo Überschwemmungen auf 900 Quadratkilometern. 6000 Bauern verlieren die Ernte und ihre Existenz.
  • 1951 zerstört ein Erdbeben die Stadt Jucuapa. 30'000 Menschen werden obdachlos.
  • 1922 treten die Flüsse Acelhuate und Arenal in der Hauptstadt San Salvador über die Ufer. Rund 100 Menschen sterben. Dieselben Überschwemmungen wiederholen sich seither fast jährlich.
  • 1917 erschüttert ein Erdbeben San Salvador. Die Stadt wird zum 25. Mal seit ihrer Gründung zerstört.
(* Hurrikan Mitch 1998 und Sturm Stan 2005 mit vielen weiteren Opfern und hohen Schäden in anderen Staaten Mittelamerikas)

Quellen: Museo Para la Palabra y la Imagen, Equipo Maíz, eigenes Archiv