San José. In Kuba sind am Sonntag 8,3 Millionen Wahlberechtigte zu den Wahlen von Nationalparlament und 14 Provinzparlamenten aufgerufen. Das Wahlverfahren garantiert den Sieg der seit 49 Jahren regierenden Kommunistischen Partei. Denn für jeden Sitz gibt es nur einen Kandidaten.
Die staatlichen Medien Kubas riefen zu einer hohen Wahlbeteiligung auf. Das signalisiere eine "revolutionäre Bestätigung" des Regierungskurses, schrieb das Parteiblatt Granma. Die verbotene Opposition kritisiert die Wahlen hingegen als undemokratisch. Einzelne Gruppen riefen zum Boykott auf.
Die Wahlen leiten möglicherweise das Ende der Ära Fidel Castro ein. Denn die 614 Abgeordneten des Nationalparlamentes haben bis zum 5. März Zeit, den schwer erkrankten Revolutionsführer im Amt bestätigen - oder einen anderen Präsidenten des 31-köpfigen Staatsrates zu wählen.
Fidel Castro (81) ist seit einer Notoperation am Darm vor nahezu 18 Monaten nicht mehr öffentlich aufgetreten. Die Amtsgeschäfte führt seither "vorübergehend" sein fünf Jahre jüngerer Bruder Raúl Castro.
In einem Zeitungsartikel gab Fidel Castro bekannt, dass er zu schwach sei, um zu den Wählern zu sprechen. Schon zuvor löste Fidel Castro Spekulationen um seinen mögichen definitiven Rücktritt aus. Ende Dezember schrieb er: "Ich hänge nicht an der Macht."