Nicaraguas Präsident Ortega wegen Veruntreuung von Petrodollars angezeigt

Angeblich bis zu 520 Millionen Dollar aus venezolanischen Hilfsleistungen abgezweigt

Mexiko Stadt. Nicaraguas Opposition hat Staatspräsident Daniel Ortega wegen Veruntreuung von schätzungsweise 520 Millionen US-Dollar angezeigt. Laut Medienberichten in Managua wurde die Anzeige am Dienstag (Ortszeit) von drei Parlamentariern der sozialdemokratisch orientierten Partei MRS eingereicht. Sie werfen dem sozialistisch ausgerichteten Präsidenten vor, Gelder aus der Ölkooperation Nicaraguas mit Venezuela am Staatshaushalt vorbei abzuzweigen.
Venezuelas Hugo Chavez (rot) unterstützt
Nicaraguas Daniel Ortega (weiß)
Die Anzeige richtet sich auch gegen Ortega-Vertrauensmann Francisco López, Chef der staatlichen Ölgesellschaft Petronic. Petronic kontrolliert über weitere Beteiligungen Hilfsgelder und subventionierte Öllieferungen aus Venezuela.

Es herrsche ein "System der Verdunkelung", kritisierte MRS-Sprecher Víctor Hugo Tinoco die Haushaltsführung Ortegas. Aus diesem Grund beantragte die MRS bei der Staatsanwalt auch eine Buchprüfung beim Finanzministerium und bei Petronic. Dadurch solle die Verwendung der Hilfsleistungen aus Venezuela geklärt werden.

Gemäß jüngeren Medienberichten aus Managua schleust Ortega Gelder am Staatshaushalt vorbei, um damit seine sandinistische Partei (FSLN) zu finanzieren oder ihr nahestehenden Unternehmern Aufträge zu verschaffen.