Ortega bezeichnet europäische Diplomaten als Dreckfliegen

Mexiko Stadt. Nicaraguas Präsident Daniel Ortega hat die Diplomaten Europas als "Dreckfliegen" bezeichnet. Das berichteten lokale Medien am Sonntag. Damit reagierte Ortega auf die Kritik europäischer Geberländer am Ausschluss zweier Oppositionsparteien von den kommenden Wahlen in Nicaragua.

"Sie glauben sich im Recht uns zu kritisieren, nur weil sie uns Kleinigkeiten geben, was sie Hilfe nennen", sagte Ortega laut der Tageszeitung "Prensa Libre" über die hauptsächlich von Europa getragene Entwicklungshilfe für Nicaragua und fuhr fort: "Sie haben die Dreistigkeit eine Mitteilung herauszulassen, um uns Lektionen in Demokratie zu geben. Sie sind wirkliche Fliegen, und wie man weiß, halten die sich immer im Dreck auf."

Zugleich wiederholte der linksgerichtete Präsident frühere Attacken auf die politische Opposition und die Medien Nicaraguas, die er als "Vaterlandsverräter und Hampelmänner" bezeichnete.

Sieben Länder Europas, darunter Deutschland, leisten gemeinsam mit Kanada und internationalen Institutionen mehr als 500 Millionen US Dollar jährliche Entwicklungshilfe an Nicaragua. Gemeinsam hatten diese Geber vergangene Woche ihre Besorgnis über die "Schließung demokratischer Freiräume" unter der Regierung Ortega ausgedrückt und eine mögliche Überprüfung der Entwicklungshilfe angedeutet. Eine entsprechende Erklärung war der Regierung von der EU-Botschafterin in Zentralamerika, Francesca Mosca (spanisch: Fliege), übergeben worden.

Die Opposition in Nicaragua kritisierte Ortega scharf für seine beleidigenden Äußerungen und wies darauf hin, dass die Entwicklungshilfe für Nicaragua rund einem Drittel des Staatshaushaltes entspreche.

Eduardo Montealegre, liberaler Kandidat für das Bürgermeisteramt in der Hauptstadt Managua, bezeichnete Ortega als geisteskrank. "Ich glaube, dass der Präsident, der solche Dinge sagt, Probleme im Kopf hat oder unverantwortlich ist. Was er machen müsste, ist zurücktreten, damit jemand regiert, der sich für dieses Land interessiert", sagte der frühere Präsidentschaftskandidat am Sonntag in Managua gegenüber dem TV-Sender Kanal 8.

Ganz genau: Die Arbeitsgruppe der Geber in Managua besteht aus: EU-Kommission, Deutschland, Dänemark, Norwegen, Finnland, Holland, Schweiz, Spanien, Kanada, Weltbank und Interamerikanische Entwicklungsbank. Sie leisten gemeinsam mehr als 500 Mio US Dollar p.a. und haben besagte Erklärung vom vergangenen Freitag gemeinsam unterzeichnet.