Mexikos Armee: Morde, Folter, willkürliche Festnahmen und Amtsmissbrauch

Mexikos Ombudsmann für Menschenrechte, José Luis Soberanes, hat am Freitag schwere Vorwürfe gegen die Armee seines Landes erhoben. Sein am Freitag veröffentlichter Bericht wirft Mexikos Soldaten Morde, Folter, willkürliche Festnahmen, Amtsmissbrauch, Drohungen und Diebstahl vor. 634 entsprechende Beschwerden von Bürgern hat die von Soberanes präsidierte Nationale Kommission für Menschenrechte zwischen Dezember 2006 und Mai 2008 erhalten.

Soberanes empfahl der Armee unter anderem, bei der Rekrutierung von Soldaten strenger vorzugehen und außerdem deren Ausbildung zu verbessern.

Mexiko setzt seit 2006 die Armee zur Bekämpfung des internationalen Drogenhandels ein. Derzeit sind dazu schätzungsweise 30 000 Soldaten vor allem an der Nordgrenze des Landes mit den USA im Einsatz. Menschenrechtsgruppen und Medien kritisierten in den Vergangenheit mehrfach den Einsatz von für ihre Aufgabe nicht ausgebildeten Soldaten.

Die Soldaten sind ihrerseits großen Bedrohungen durch die in Mexiko agierenden Drogenbanden ausgesetzt. Seit Anfang des Jahres starben in Mexiko mehr als 2000 Menschen im Zusammenhang mit dem Drogenhandel. Etwa 12 Prozent der Opfer sind laut Medienberichten Angehörige der Sicherheitskräfte.