Honduras tritt linkem Wirtschaftsbündnis ALBA bei

Mexiko Stadt. Begleitet von Protesten ist Honduras am Montag (Ortszeit) dem von Venezuela angeführten lateinamerikanischen Wirtschaftsbündnis ALBA beigetreten. Dabei versprach Venezuelas Präsident Hugo Chávez gegeüber den Medien in der honduranischen Hauptstadt Tegucigalpa, das mittelamerikanische Land zukünftig im Kampf gegen die Armut zu unterstützen. In Honduras gelten laut UNO-Statistiken mehr als 70 Prozent der Einwohner als arm. 

Honduras ist damit das sechste Land, das der bolivarianischen Alternative Amerikas (ALBA) angehört. Das Wirtschafts- und Sozialbündnis versteht sich als Gegenprojekt zu dem von den USA angeregten gesamtamerikanischen Wirtschaftsbündnis ALCA und wurde 2004 von Venezuela und Kuba gegründet. Ferner gehören der ALBA Bolivien, Nicaragua und der Karibikstaat Dominica an. ALBA-Staaten erhalten von Venezuela stark verbilligtes Erdöl, und von Kuba Unterstützung im Bildungs- und Gesundheitswesen.

Honduras' Mittelinks-Präsident Manuel Zelaya und seine zur Unterzeichnung nach Tegucigalpa angereisten Amtskollegen der ALBA-Staaten warfen den USA und dem kapitalistischen Wirtschaftssystem vor, für die anhaltende Armut in Lateinamerika verantwortlich zu sein. So sagte Zelaya: "Alba verpflichtet uns zu nichts. Es öffnet eine Türe der Hoffnung, die großen Probleme des universalen Kapitalismus zu lösen, der uns Armut und Misere hinterlassen hat, und der uns unterdrückt und betrogen hat." 

Kritisiert wurde der Beitritt Honduras' vom Unternehmerverband des Landes. Er befürchtet zukünftige Nachteile im Außenhandel mit den USA, dem wichtigsten Wirtschaftspartner von Honduras. Ferner warnten die Unternehmer davor, das autoritäre Regierungsmodell von Venezuela und Kuba zu übernehmen. „Alba konspiriert gegen die Handelsfreiheit, die bürgerlichen Freiheiten und die freie Selbstbestimmung der Gesellschaft", hieß es in einer Pressemitteilung der Unternehmer.

Proteste gab es auch anlässlich der Präsenz von Nicaraguas Präsident Daniel Ortega in Honduras. Frauenverbände bezeichneten ihn als "Vergewaltiger". Damit spielten sie auf Vorwürfe von Ortegas Stieftochter an, die ihn des jahrelangen Missbrauchs bezichtigte. Der Fall wurde von der nicaraguanischen Justiz nie aufgeklärt. 

Venezuelas Präsident Chavez wies die Kritik an ALBA anlässlich seiner Ankunft in Honduras zurück. Er bezeichnete die Kritiker als "Vaterlandsverräter", die von den USA bezahlt seien.