Nach den Hurrikanen: Kuba will politischen Dialog mit der EU

Mexiko Stadt / Havanna / Brüssel. Kuba hat seine Bereitschaft erklärt, mit der Europäischen Union in einen politischen Dialog einzutreten. Das berichtete das US-Blatt "Nuevo Herald" (online) am Dienstag (Ortszeit) unter Berufung auf europäische Diplomaten in Havanna. Demnach akzeptierte Kubas Außenministerium das Angebot der EU vom vergangenen Juni. Damals bot die EU einen politischen Dialog mit Kuba an und hob zugleich ihre 2003 verhängten diplomatischen Sanktionen definitiv auf.

Der Kurswechsel in Kubas Außenpolitik erfolgt in einem Moment, in dem die Insel schwer von den Hurrikanen "Gustav" und "Ike" getroffen wurde. Sie verursachten nach vorläufigen offiziellen Schätzungen rund fünf Milliarden US-Dollar (3,5 Milliarden Euro) Schäden auf der gesamten Insel. Humanitäre Hilfsangebote der EU hatte Kuba bisher abgelehnt.

Zugleich kündigte in Brüssel der EU-Kommissar für humanitäre Hilfe und Entwicklung, Louis Michel, einen Besuch in Havanna am kommenden 22. bis 25. Oktober an. Dabei werde es möglicherweise auch zu einer Erneuerung der seit 2003 ausgesetzten Entwicklungszusammenarbeit kommen, sagte Michel.