Knappe zweite Wahlrunde erwartet - Sozialdemokrat Colom führt, doch die Rechte um den Ex-General Pérez Molina holt auf
San José (epd). Gut zwei Wochen vor Guatemalas Präsidentschaftswahlen holt die Rechte auf. Gemäß einer am Mittwoch publizierten Umfrage des Instituts "Vox Latina" liegt der Mitte-Links-Kandidat Álvaro Colóm zwar mit 37,6 Prozent vorne. Sein stärkster Konkurrent, der pensionierte General Otto Pérez hat jedoch in der Wählergunst gemäß früheren Umfragen aufgeholt und kann nun mit 29,9 Prozent der Stimmen rechnen. Damit kommt es wahrscheinlich zu einer Stichwahl zwischen Colóm und Pérez, bei der letzerer die Stimmen der zersplitterten Rechten hinter sich einen könnte. Die Wahlforscherin María Isabel Bonilla sprach gegenüber der Tageszeitung "Prensa Libre" darum von einer gefährlichen Pattsituation. Während der Mitte-Links-Politiker Cólom soziale Verbesserungen verspricht, will General Pérez mit "harter Hand" gegen die ausufernde Gewalt in Guatemala vorgehen.
Die weiteren Präsidentschaftskandidaten in Guatemala, darunter die Friedensnobelpreisträgerin Rigoberta Menchú, liegen laut der Umfrage unter 1200 Wahlberichtigten weit abgeschlagen hinter Colóm und Pérez.
Die 5,6 Millionen wahlberechtigten Guatemalteken wählen am 9. September den Nachfolger des amtierenden Präsidenten Oscar Berger sowie Parlament und Bürgermeister. Erreicht keiner der Präsidentschaftskandidaten 50 Prozent der Stimmen, kommt es Anfang November zur Stichwahl.