Costa Rica: Mehr als 100 000 protestieren gegen Freihandelsabkommen mit den USA

San José. In Costa Rica hat am Sonntag die grösste friedliche

politische Demonstration in der Geschichte des Landes stattgefunden.
Die Behörden sprachen von 100 000, die Veranstalter von 150 000
Menschen, die gegen ein zur Ratifizierung anstehendes
Freihandelsabkommen mit den USA auf die Straßen der Hauptstadt
gegangen sind. "Das Vaterland steht nicht zum Verkauf", war auf vielen
Spruchbändern zu lesen. Andere warnten vor dem "trojanischen Pferd
Freihandel".

Laut den Initiatoren der Neinkampagne wird das Abkommen Medikamente,
Telefon und Strom für viele Bürger unerschwinglich teuer machen.
Außerdem würden die einheimische Industrie und Landwirtschaft
schutzlos der Billigkonkurrenz aus den USA ausgeliefert. Die
Befürworter des Abkommens, darunter der Präsident Oscar Arias,
versprechen eine Belebung der Exporte dank des Zugangs zum US-Markt.

Das insgesamt sieben Staaten umfassende Freihandelsabkommen
Mittelamerikas mit den USA wurde einzig von Costa Rica noch nicht
ratifiziert. Dort wird das Volk in einer Referendumsabstimmung am
nächsten Sonntag (7.10 .) entscheiden. Umfragen sagen ein
Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Befürwortern und Gegnern voraus.
Ratifiziert und teilweise bereits in Kraft ist das Abkommen in El
Salvador, Guatemala, Nicaragua, Honduras, den USA sowie der ebenfalls
eingebundenen Dominikanischen Republik.