Daniel Ortega vergleicht einheimische Presse mit Joseph Göbbels
San José. Nicaraguas Präsident Daniel Ortega hat erneut die einheimische Presse diffamiert. Bei einer öffentlichen Rede am Samstag in Managua verglich er die Medien des Landes mit Adolf Hitlers Propagandaminister Joseph Göbbels. Ohne konkrete Pressetitel zu nennen sagte Ortega: "Einige Kommunikationsmedien hier in Nicaragua wurden von Göbbels ausgebildet".
Das Verhältnis zwischen der unabhängigen Presse Nicaraguas und Staatschef Ortega ist seit dessen Amtsantritt im vergangenen Januar gespannt. Sowohl die rechtsgerichtete Tageszeitung "Prensa Libre" als auch der gemäßigt linke "Nuevo Diario" kritisieren den früheren Revolutionsführer regelmäßig für seinen autoritären Regierungsstil. Ortega wiederum spricht nur mit den zu seiner eigenen sandinistischen Partei gehörenden Sendern und verweigert allen anderen Medien das Gespräch. Journalisten in Nicaragua fürchten, dass es in dem mittelamerikanischen Land zu ähnlichen Zensurmaßnahmen kommen könnte wie jüngst in Venezuela.