Ruhige Wahlen bei „Besorgnis erregend" tiefe Wahlbeteiligung
San José. Bei den Stichwahlen für die Präsidentschaft Guatemalas liegt
der Sozialdemokrat Álvaro Colom mit 51,6 Prozent der Stimmen in
Führung. Dies teilte die Wahlbehörde des mittelamerikanischen Landes
nach Auszählung von 70 Prozent der Stimmen in der Nacht auf Montag
mit. Umfragen vor der Wahl hatten ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen
Colom und dem rechtsgerichteten Gegenkandidaten Otto Pérez Molina
vorhergesagt. Beide waren als Bestplatzierte aus der ersten Wahlrunde
am 9. September hervorgegangen, ohne jedoch die notwendige absolute
Mehrheit der Stimmen zu erreichen.
Die Abstimmung am Sonntag war ruhig verlaufen und ohne schwerwiegende
Unregelmäßigkeiten. „Besorgnis erregend tief" war jedoch die
Wahlbeteiligung, so Víctor Gálvez, Sprecher der nationalen
Wahlbeobachtervereinigung Guatemalas. ((„El Mirador Electoral")). Nur
rund ein Drittel der knapp sechs Millionen Wahlberechtigten machten
von ihrem Stimmrecht Gebrauch.