Guatemalas Justiz lehnt Auslieferung von Ex-Diktator Rios Montt ab

Friedensnobelpreisträgerin Menchú enttäuscht

San José. Guatemala hat die Auslieferung des wegen
Menschenrechtsverbrechen angeklagten Ex-Diktators Efrain Rios Montt an
Spanien definitiv abgelehnt. In einem am Montag (Ortszeit)
veröffentlichten Urteil spricht das Verfassungsgericht des
mittelamerikanischen Landes Spaniens Justiz die Zuständigkeit ab.

Das höchstrichterliche Urteil schützt auch sieben weitere frühere
Machthaber und Militärs in Guatemala. Sie wurden alle auf Betreiben
der Menschenrechtsaktivistin und Friedensnobelpreisträgerin Rigoberta
Menchú 1999 in Spanien wegen Menschenrechtsverbrechen angeklagt.

Menchú zeigte sich laut Presseberichten in Guatemala enttäuscht. "Das
zeigt nur, dass es in Guatemala keine Gerechtigkeit gibt, und dass die
Fälle von Völkermord niemals vor den Richter kommen werden."

Der heute 81- jährige Rios Montt ist laut einer Untersuchung der
Vereinten Nationen für die blutigste Phase von Guatemalas früherem
Bürgerkrieg (1960 - 1996) anfangs der 80er-Jahre verantwortlich. In
dem Konflikt starben schätzungsweise 200 000 Menschen, mehrheitlich
Nachfahren der Maya-Ureinwohner.

Alle acht in Madrid Angeklagten sind auf früheres BEtreiben der
spanischen Justiz weiterhin international zur Verhaftung
ausgeschrieben.