Panama will US-Invasion vor 18 Jahren aufklären

Tag der nationalen Trauer ausgerufen

San José. Panama will aufklären, wieviel Opfer die US-Invasion vor 18
Jahren gefordert hat. Anlässlich deren 18. Jahrestages hat das
Parlament des Kanalstaates am Donnerstag (Ortszeit) dafür eine
Wahrheitskommission eingesetzt. Zugleich erklärte das Parlament den
20. Dezember zum "Tag der nationalen Trauer" und beschloss die
Errichtung eines Denkmals für die Opfer der Invasion.

Laut bisherigen Regierungsangaben waren bis zu 500 Menschen ums Leben
gekommen, als rund 25 000 US-Soldaten am 20. Dezember 1989 Panama
Stadt stürmten, um den damaligen Staatspräsidenten Manuel Noriega
abzusetzen. Menschenrechtsgruppen gehen aber davon aus, dass die Zahl
der Opfer viel höher war. So wurde der Stadtteil El Chorrillo damals
durch US-Bomben fast vollständig zerstört.

Noriega wurde später in den USA wegen Drogenhandel und Geldwäsche
verurteilt und verbüßte dort bis vergangenen September eine
Haftstrafe. Seither sitzt Noriega in den USA in Auslieferungshaft.
Sowohl Panama als auch Frankreich fordern die Auslieferung des
Ex-Präsidenten. In beiden Ländern erwarten Noriega weitere
Strafverfahren..