Neuverhandlung des Freihandelsabkommens gefordert
Mexiko Stadt. Zahlreiche Bauern haben am Donnerstag Ortszeit in Mexiko Stadt gegen subventionierte Mais-Importe aus den USA protestiert. Vor den laut Veranstaltern 100 000 Demonstranten forderte Cruz López, Führer von Mexikos "Nationaler Bauernvereinigung", die sofortige Neuverhandlung des nordamerikanischen Freihandelsabkommens. Zugleich prangerte er die ungleichen Produktionsbedingungen in den USA und Mexiko an. Während Farmer nördlich des Rio Grande bis zu 20 000 Dollar Subventionen je Jahr erhielten, bekomme ein mexikanischer Bauer höchstens 700 Dollar. Die Billigimporte aus dem Norden seien somit der "Todesstoß für die mexikanische Landwirtschaft".
Das 1994 in Kanada, den USA und Mexiko in Kraft getretene Freihandelsabkommen sah bisher Schutzklauseln für die Landwirtschaft vor. Diese entfielen jedoch am 1. Januar 2008. Seither gilt zwischen den drei ungleichen Ländern der unbeschränkte und zollfreie Handel mit Landwirtschaftserzeugnissen. In Mexiko betroffen sind davon vor allem die Produzenten des Grundnahrungsmittels Mais, aber auch die Zucker- und Milchwirtschaft. Kanada hat eine Neuverhandlung des Freihandelsabkommens erst kürzlich abgelehnt.
Einige Teilnehmer der Demonstration waren bis zu 1500 km zu Fuß angereist. Andere kamen mit ihren Kühen oder Traktoren. Der Verkehr in Mexikos Innenstadt kam während Stunden zum Erliegen. Die Kundgebung wurde von 1500 Polizisten begleitet und verlief weitgehend gewaltfrei.
Mexikos Regierung unter Präsident Felipe Calderón hat die Bauernorganisationen des Landes für den kommenden 6. Februar zu Gesprächen eingeladen.