Populär dank Todesstrafe:
Ex-General und Oppositionsführer
Otto Pérez Molina
Entscheidet jetzt über Gnadengesuche:
Präsident und Todesstrafengegner
Álvaro Colom
Guatemalas oberstes Gericht hatte die Anwendung der Todesstrafe im Jahr 2002 ausgesetzt. Anlass war eine zuvor im Fernsehen übertragene, dilettantisch durchgeführte Hinrichtung.
In Guatemalas Bevölkerung ist die Todesstrafe populär. Grund dafür ist die epidemische Alltagsgewalt in dem 13-Millionen-Einwohner-Land. Im vergangenen Jahr kamen im Durchschnitt 17 Menschen täglich gewaltsam um. Guatemalas Justiz gelingt es nur etwa ein Prozent der Verbrechen aufzuklären.
Rechtsgerichtete Politiker machen gewalttätige Jugendbanden für die vielen Morde verantwortlich. Menschenrechtsgruppen sehen hingegen die Sicherheitskräfte des Landes als Urheber der Gewalt. So deuten viele Indizien darauf hin, dass die Mehrheit der Morde durch Polizisten oder private Sicherheitsdienste verübt werden.
Die beiden einzigen anderen Staaten, die im amerikanischen Kontinent die Todesstrafe noch anwenden, sind die USA und Kuba.
