Mexikos Menschenrechtsschützer unter Beschuss

"Schutz der Funktionäre statt Schutz der Opfer", kritisiert Human Rights Watch

Mexiko Stadt. Lateinamerikas grösste Institution zur Verteidigung der Menschenrechte, die Ombudsstelle in Mexiko, steht unter Beschuss: Am Mittwoch (Ortszeit) kritisierte die internationale Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch den mexikanischen Ombudsmann für Menschenrechte, José Luis Soberanes, wegen Untätigkeit. Angesichts eines Jahresbudgets von 79 Millionen Dollar und rund 1000 Angestellten sei die Wirkung der von ihm geführten mexikanischen Menschenrechtsbehörde "sehr beschränkt" und "enttäuschend".

In ihrem 136-seitigen Bericht, Ergebnis einer einjährigen Untersuchung der Institution, wirft Human Rights Watch der mexikanischen Ombudsstelle vor, "Regierungsfunktionäre zu schützen, die ihre Autorität missbrauchen, statt die Opfer zu schützen." Insbesondere kritisiert HRW die Gleichgültigkeit der Ombudsstelle gegenüber der Armee des Landes. Ihr werden regelmäßig Vergewaltigungen, Folter, Verschwindenlassen von Menschen und willkürliche Festnahmen vorgeworfen.

Die Ombudsstelle Mexikos hat die Vorwürfe von HRW in einer Pressemitteilung als "unfundiert" zurückgewiesen.