Menschenrechtsgruppe in Kuba unterstützt US-Kandidat Obama

"Damen in Weiß" hoffen auf Normalisierung der US-kubanischen Beziehungen und Freilassung der Polithäftlinge

Mexiko Stadt. Die kubanische Menschenrechtsgruppe "Damen in Weiß" unterstützt den demokratischen US-Präsidentschaftsanwärter Barack Obama. Die aus Angehörigen der politischen Häftlinge Kubas zusammengesetzte Gruppe stellte am Samstag den Medien einen offenen Brief an Obama zu. Darin schreiben die "Damen in Weiß" von "großen Hoffnungen", dass Obama sich für die Freilassung ihrer Angehörigen einsetzen werde.

Zudem nahmen die "Damen in Weiß" die über 200 politschen Häftlinge Kubas gegen jüngste Angriffe durch Kubas Regierung in Schutz. Sie seien "weder Söldner noch Agenten der USA, wie die Dirigenten Kubas behaupten", heißt es in dem Schreiben an Obama. Kubas Staatsfernsehen hatte in den vergangenen Tagen wiederholt die als illegal erachtete Opposition des Landes attackiert und ihr Verbindungen mit militanten Exilkubanern in den USA unterstellt.

In einem weiteren Brief an Obama hatte bereits am Tag zuvor (Freitag) Miriam Leiva, Mitbegründerin der "Damen in Weiß", ihre Hoffnungen auf eine Normalisierung der Beziehungen zwischen Kuba und den USA zum Ausdruck gebracht. "Wir vertrauen darauf, dass mit Ihrer Wahl zum Präsidenten im nächsten November eine Epoche des politischen Realismus gegenüber Kuba beginnt", heißt es in dem Schreiben. Unterzeichnet wurde es auch von Leivas Ehemann und Ex-Polithäftling Oscar Espinosa.

Obama, aussichtsreichsten Anwärter der US-Demokraten für die Präsidentschaft, hatte sich am Freitag in Miami vor Exilkubanern für einen verstärkten Dialog der USA mit Kuba ausgesprochen. Zwar forderte er die Beibehaltung des US-Embargos gegenüber Kuba, setzte sich aber für Erleichterungen im Reiseverkehr und in den Wirtschaftsbeziehungen zwischen den beiden Staaten ein.

Die "Damen in Weiß", mittlerweile vom EU-Parlament mit dem Sacharowpreis für Menschenrechte ausgezeichnet, hatten sich nach den Massenurteilen Kubas gegen Oppositionelle im Jahr 2003 gebildet. Unter den damals Verurteilten befand sich auch der Ex-Diplomat Espinosa, der später aus Gesundheitsgründen freikam. Ihm wurden von Kubas Justiz damals Gespräche mit US-Senatoren als staatsfeindliche Tätigkeit zur Last gelegt. Laut Espinosa zielten diese Gespräche auf eine mögliche Aufhebung des US-Embargos ab.