Anlass der mittlerweile zweiten Großdemonstration gegen Ortega war der Ausschluss zweier Oppositionsparteien von zukünftigen Wahlen. Diese Entscheidung hatte die von Ortega beeinflusste Wahlbehörde vor einem Monat (11. Juni) getroffen. Deutschland und 20 weitere Geberländer hatten daraufhin in einer gemeinsamen Erklärung ihre Besorgnis über die Gefährdung der nicaraguanischen Demokratie geäußert.
Zahlreiche Demonstranten äußerten auch ihren Unmut über die massiv gestiegenen Lebensmittelpreise in Nicaragua. Dort sind die Preise für die Grundnahrungsmittel Reis und Bohnen seit letztem September um 40 Prozent gestiegen. Das Existenzminimum einer Familie beträgt in dem mittelamerikanischen Land laut offiziellen Statistiken derzeit 290 Euro. Der Mindestlohn in Nicaragua betägt demgegenüber 165 Euro.