Der jüngste Fall ereignete sich dabei am Sonntag (Ortszeit) im mexikanischen Bundesstaat Oaxaca. Dort wurde unweit des Hauses des Generalstaatsanwaltes der abgeschnittene Kopf einer bisher nicht identifizierten Person gefunden. Versehen war der grausige Fund mit einer Drohbotschaft an den leitenden Drogenfahnder von Oaxaca.
Gemäß Zählungen der Tageszeitung "La Reforma" sind 234 der bisher 2000 Todesopfer Angehörige von Mexikos Sicherheitskräften. Der Rest sind mutmaßliche Mitglieder von Drogenbanden oder unbeteiligte Passanten, die in Schießereien gerieten. Damit ist die Zahl der im Zusammenhang mit Drogenhandel Getöteten gegenüber demselben Vorjahreszeitraum um mehr als die Hälfte gestiegen.
Zugenommen hat auch die Brutalität der Täter. So wiesen 218 Todesopfer (11 Prozent) Spuren von Folter auf und 49 Menschen wurden enthauptet gefunden.
Mexiko hat in den vergangenen Wochen die Zahl der Sicherheitskräfte zur Drogenbekämpfung massiv erhöht. Zu diesem Zweck sind mittlerweile 36 000 Soldaten und Bundespolizisten im Einsatz, die meisten davon in der besonders vom Drogenschmuggel betroffenen Grenzregion Mexikos zu den USA. Nach Regierungsangaben investiert Mexiko jährlich 3,9 Milliarden US-Dollar in den Kampf gegen den Drogenhandel.
Mit Unterstützung der USA ist derzeit ein weiterer Ausbau von Mexikos Sicherheitskräften geplant. Vor zwei Wochen (am 20.6.08) sicherte Washington Mexiko, Zentralamerika und der Karibik im Rahmen der so genannten Initiative Mérida für die nächsten drei Jahre 1,6 Milliarden US-Dollar Unterstützung im Kampf gegen den Drogenhandel zu.
Derweil mehrt sich in Mexiko die Kritik an der allein auf Militär und Polizei basierenden Antidrogenpolitik ((des konservativen Präsidenten Felipe Calderón)). Der Universitätsforscher und frühere leitende Polizeioffizier Nicolás Suárez warf Mexikos Polizeibehörden am vergangenen Samstag fehlende Koordination und mangelnde Ausbildung vor.
Hinzu kommen regelmäßige Klagen über Menschenrechtsverletzungen durch die überforderten Sicherheitskräfte, wie sie jüngst im Jahresbericht von "amnesty international" bestätigt wurden.
Mexiko ist Haupttransitland für den Schmuggel kolumbianischen Kokains in die USA. Dessen Handelswert schätzt die US-Drogenbehörde DEA auf 20 Milliarden Dollar jährlich.