Haiti beendet mehr als viermonatige Regierungskrise

Hurrikankatastrophe hält an

Mexiko Stadt. Inmitten einer schweren Hurrikankatastrophe hat Haiti am Freitag seine Regierungskrise beendet. Wie die Zeitung Le Nouvelliste (online) berichtete, bestätigte der Senat am Freitagmorgen Michele Pierre-Louis als neue Premierministerin. 16 der 18 anwesenden Senatoren stimmten zu. 

Mit der Wahl der 61-jährigen Ökonomin, die bereits am 17. Juli von der unteren Parlamentskammer bestätigt wurde, hat der verarmte Karibikstaat seit mehr als vier Monaten wieder eine Regierung. Pierre-Louis' Vorgänger Jacques-Edouard Alexis war am 12. April nach gewalttätigen Hungerprotesten vom Senat abgesetzt worden.

Pierre-Louis kündigte in ihrer Rede anlässlich ihrer Bestätigung Maßnahmen zur Stärkung von Haitis Wirtschaft an. Zudem rief sie zu Hilfe für die Opfer der Hurrikane Gustav und Hanna auf. 

Die beiden Unwetter trafen innerhalb einer Woche den ärmsten Staat Lateinamerikas und forderten mehr als 200 Menschenleben. Zahlreiche Orte sind nach wie vor von der Außenwelt abgeschnitten. Die Vereinten Nationen gehen davon aus, dass derzeit mehrere 100 000 Menschen dringend Hilfe benötigen.